Sonntag, 22. November 2015

Bio für Jede!




Seit zwei Jahren gibt es Bio für Jede, den Verein, der Bio-Gemüse zu erschwinglichen Preisen verteilt. Mit dem Erlös sollen Kultur und Begegnung gefördert werden. Zwei intensive Jahre und der Erfolg des Weiterbestehens sind Anlass genug, um dies drei Tage lang zu feiern in der Kulturfabrik Wetzikon. Das Programm ist reichhaltig und ist zu finden auf der Website biofuerjede.ch. Die Organisatoren, die allesamt ehrenamtlich tätig sind, werden auch bei der Klimademo am nächsten Samstag, 28. November, am Helvetiaplatz mit ihrem Geköch dabeisein. Die Klimademo findet weltweit statt. Leider werden noch einige Demonstrationen wegen der Anschläge in Paris blockiert. Doch ich hoffe, das eine Art letzte Vernunft gewinnt und grünes Licht gegeben wird. Ich finde diese Zustände selbst verschuldet – und peinlich ist, was momentan alles ans Licht kommt. Europa und die USA haben eine dicke Suppe auszulöffeln. 

Am Samstagabend soll eine Goaparty steigen. Also schlafe ich schon mal vor und fahre um ca. 19 Uhr los nach Wetzikon zum Jubelfest von Bio für Jede (Für unsere deutschen Freunde: Im Schweizerdeutschen heissts eben nicht "für jeden", sondern "jede", ausgesprochen "jädä"). Während des kurzen Fussmarschs vom Bahnhof zur Kulturfabrik werde ich Zeugin des ersten Schnees in diesem Jahr. 

Im Eingangsbereich der Kulturfabrik finde ich einen Markt vor mit Gemüse, aber auch nützlichen Pflanzen, die man mitnehmen kann (alle Spenden sind freiwillig und nach eigenem Ermessen). Ich greife mir eine Karde, die sich anscheinend bei Borreliose bewährt hat. Ein junger Mann erzählt mir seine Leidensgeschichte mit der Borreliose und der Therapie mit Karden-Tinktur, die ihn geheilt hat. Die Bücher zum Thema muss ich mir noch besorgen. Vor einigen Jahren hatte ich selbst einen Zeckenbiss mit Borreliose drin. Seitdem leide ich unter Gelenkschmerzen in den Schultern und im Rücken. Ärzte sind da ratlos. 

Die Karde, Beinwell, Pilzkulturen und andere gute Sachen werden angeboten von der Alpinen Permakultur Schweibenalp (Schweibenalp.ch). Als ich das Prospekt durchblättere, staune ich. Sogar Colin Tipping, der Meister der Radikalen Vergebung, gibt hier, also im Berner Oberland, Kurse auf 1100 Meter Höhe. 

Das Zahlungsmittel Geld hat bei solchen Veranstaltungen wenig Bedeutung. Ein Scherzbold bezahlt eine Pilzkultur und seine vegane Mahlzeit mit einem bunten Büchlein – "Globi auf LSD". Die Köchin spricht aber nur Englisch, doch sie freut sich trotzdem und sagt, dass sie mit den lustigen Versen Deutsch lernen will. Ganz ohne Geld funktioniert der Kleiderladen, wo ich erst nur aus Jux herumschaue, doch ich finde ganz passable Stücke, unter anderem einen Rock, der genau zum Mantel passt, den ich trage. 






Ich fühle mich hier wohl, werde aber kritisch beäugt von einigen, weil ich gar nicht reinpasse ins Ambiente. Als das Konzert angekündigt wird, verfliegt die Leichtigkeit meiner Meinung nach, denn das liebe Geld kommt ins Spiel. 25 Franken Eintritt und keine einzige Goa-Note weit und breit zu hören. Plus ein Bändchen, das man sich ums Handgelenk schlingen muss, doch ich verzichte auf die "Handschelle". Auf dem Band steht "Suchtpräventionsstelle Stadt Zürich". Ach, die müssen ja auch Geld verdienen für ihre Suchtprävention. 

Weil ich bereits alkoholisiert bin und überhaupt an diesem Ort ein bisschen Freiheit üben möchte und entsprechend locker bin, verliere ich mein Sklavenbändchen der Stadt Zürich, das ich zuletzt in die Jackentasche gesteckt hatte. Als ich nach dem Genuss einer Zigarette wieder reinwill, werde ich kontrolliert. Kein Bändeli? Nein, es ist weg. Ich grinse und suche in meiner Tasche, doch da ist nichts. Da habe ich eine brillante Idee und zeige meinen Presseausweis. "Ich bitte höflichst um einen Presse-Eintritt", sage ich. Von diesem Moment an werde ich jedes Mal, wenn ich ins Gebäude gehe, von den Türstehern hochgenommen. Sie meinens lustig, aber für mich hat das Wort Presse einen ekligen Nachgeschmack. Der Ruf der Presse ist für immer ruiniert. Und das ist zum einen gut so, weil man weiss, dass die Presse die Bevölkerung verraten hat dadurch, dass sie das Schweigegeld der Grossen akzeptiert und die Schreibfeder für immer entsorgt hat. Doch das ist meine Sache. Ich versuche zu schreiben, weil ich es gerne mache. Schreiben als Privatsache. Sie lesen gerade mein Tagebuch... 





Die Volksküche hat etwas Veganes auf der Karte. Und zwar nur vegan. Aber es schmeckt mir nur mässig. Im Salat sind zwei Orangenschalen (ohne Fruchtfleisch) drin, was ich völlig deplatziert finde. Trotzdem fühle ich mich wohl und will mehr davon und am besten in der ganzen Schweiz. Am Nebentisch schnappe ich Wortfetzen auf. Refugees. Und "Morgen fahren sie los". Freiwillige Helfer. Ein kleiner Junge fragt mich, ob er meine Bierflasche haben kann wegen des Pfands. Ich frage ihn, wozu er das Geld braucht. Er möchte ein Walkie Talkie, damit er mit seinem Freund telefonieren kann. Kurze Zeit später erblicke ich den Jungen auf der Bühne. Zusammen mit zwei weiteren Kindern macht er Musik. Er drückt auf dem Keyboard herum, die anderen beiden bedienen Schlagzeug und Gitarre. Plötzlich ruft der Walkie-Talkie-Junge ins Mikrofon, das noch viel zu laut eingestellt ist: "Hippiekacke!" Meine Ohren klingen. Hippiekacke. 

In Wetzikon werden unter der Aufsicht des Staates die Messer gewetzt für eine neue Welt. Überall in der Schweiz wimmelt es von aufrechten Menschen mit langen Haaren. Brauchen wir den Staat noch, wenn es auch ohne geht? Wir schwimmen im Überfluss und ringen um Mut, um Abhängigkeiten zu überwinden, während wir überschwemmt werden mit Angst aus Syrien und Wut, Lügen und Verzweiflung aus Paris. 





Ich sitze mit anderen an einem runden Tisch neben der Wunderwurzel Beinwell, der Karde, Baumstämmen, die mit Pilztinkturen getränkt sind, als jemand auftaucht, den ich schon lange nicht gesehen habe. Es ist Valentin. Bei Occupy sind wir uns begegnet. Ich freue mich total, ihn wiederzusehen. Einiges hat sich verändert in seinem Leben. Er lebt seine Sache und ist glücklich dabei, das spüre ich. Als Flüchtlingshelfer fuhr er durch halb Europa und gab sein Bestes und teilte mit allen das, was er erlebt hat. Er bewirtschaftet einen grossen Garten und setzt sich voll ein für Gerechtigkeit und Wandel. Jeder tut, was er kann. Ich arbeite zweimal pro Woche auf einem Demeterhof und einmal die Woche in einem Goaladen. Das gibt wenig Geld, aber ich gewinne trotzdem etwas dabei. Die Menschen, denen ich in diesem Umfeld begegne, tun mir gut und bewegen sich in dieselbe Richtung. Das Neue, das muss meiner Meinung nach geldfrei sein. 



Montag, 2. November 2015

weltweiter klima-aktionstag

http://fossil-free.ch/de/events/global/

samstag, 28. november 2015, helvetiaplatz zürich

Donnerstag, 9. April 2015

KLOMUNE: Die ersten Freemen/Freewomen sind los!

Wie sagt man so schön? Der Frühling kann kommen! Ich hatte ein ziemlich buntes Osterwochenende in der Schweiz. Zwei Städte besuchte ich, um Menschen zu treffen, und beide Begegnungen waren sehr wertvoll. 

In B., Kanton Zürich, gab es ein Treffen zum Thema Freeman. Was ist ein Freeman? Das ist einer oder eine, der/die behauptet, so richtig frei zu sein vom System. Er oder sie proklamiert damit sich selbst zu seinem System. Dies zu tun, hat Folgen. Der Freeman, den wir trafen, hat unter anderem zweieinhalb Stunden mit seiner Gemeinde debattiert, bis diese ihm recht gab. Er sei also frei und im Recht. Leider hat er dies (noch?) nicht schriftlich. Ein bekannter Freeman aus Österreich ist Joe Kreissl. Auf Youtube finden sich viele Filme, in denen Freemen wie Kreissl erzählen, wie sie sich selbst sehen und wie das System darauf reagiert. 

Wer sich als Freeman/Freewoman bezeichnet, hat eineVorstellung von Freiheit, die schon seit langer Zeit nicht möglich scheint. Und ja, es werden immer mehr Menschen, die merken, wie unfrei sie waren/sind. Man wird in Arbeit gehalten und verliert dabei seine Integrität. Wer keine Arbeit hat oder nicht mehr arbeiten kann, wird an der kurzen Leine gehalten von diversen Firmen, die immer noch im Irrglauben sind, dass sie dem Staat dienen. 

Ein Staat hat andere Aufgaben als das Pushen einer Wirtschaft, die Natur und Mensch schaden zufügt. Selbstverständlichkeiten wie Wahrheit, Freies Denken, ein soziales Miteinander sind so gut wie verbannt aus der Vorstellung von Firmenmitarbeitern. Sie ignorieren Briefe von "Bürgern", die sich auf Menschenrechte, Freiheit und die Wahrheit berufen. 

Der Trend geht zu Isolation, immer mehr Kontrolle und Repression (wirtschaftlich und körperlich) und zum gläsernen Menschen, der anhand von Zahlen (Geld aus Papier) beurteilt wird. Auf Moneyhouse.ch kann jeder sehen, wer mit welchen Zahlen (Geld aus Papier) belastet bzw. beladen ist. Unser Internet, unser Kaufverhalten, unsere Handys werden überwacht. Die Credit Suisse hat ihr Kreditkartengeschäft an eine Firma abgegeben, die sämtliche Daten frei benutzen kann, da sie keine Bankenlizenz hat, das sogenannte Bankgeheimnis fliegt auf. Dreckige Geschäfte in Millionen- bzw. Milliardenhöhe sind legal. Bürger werden gezwungen, für jeden Penny alles zu geben, um ihr Überleben zu sichern. Nun ist es schon wieder passiert. Diesmal in den USA: Eine sechsköpfige Familie starb an einer Kohlenmonoxidvergiftung wegen Benutzung eines Stromgenerators. Die Vorgeschichte ist dieselbe wie neulich in Deutschland und in Griechenland: Der Staat hat den Familien den Strom abgedreht, weil sie nichts mehr wert waren, sprich kein Geld hatten, um Strom zu bezahlen. Freiheit geht wirklich anders. 

Freeman/Freewoman zu sein verstehe ich als eine Art Kurskorrektur und einen bewussten Schritt in die Zukunft. So bewusst, dass vielen das Verständnis für diesen Standpunkt abgeht. Immer mehr Menschen verstehen aber diese Position. Und immer mehr machen sich Gedanken über ihr Leben, ihre falschen Konditionierungen, über eine andere Möglichkeit, hier zu existieren. Frei vom System. Ob das System auch mitmacht und mal einen Schritt mit uns geht? Walk in my shoes just for one day... 

Das Treffen im Städtchen B. war hochinteressant. Da war eine bunte, spürbare Energie und eine Bereitschaft, zusammenzuhalten. Und viel Weisheit war zu spüren, alle kannten die Schattenseiten des Menschseins. Es ist nicht nur das System, das uns im Schatten hält. Da ist noch die Resonanz des Menschen, seine Art zu reagieren. Auf der emotionalen Ebene haben alle viel zu tun und können voneinander lernen. Erst recht, wenn sie glauben, sie wüssten schon alles besser. Ich danke für ein oder zwei Spiegel, die mir beim Treffen entgegengehalten wurden. Und freue mich auf weitere Begegnungen mit den Menschen von B. Im Moment bin ich leider so überflutet mit Informationen, dass ich an dieser Stelle einen Punkt setzen muss. Es fühlt sich alles sehr vielversprechend an. Und der Frühling hat schon mal sein Versprechen gehalten und versetzt mich in einen Rausch, der leider von einer verstopften Nase getrübt wird. Zu viele Chemtrails da oben. Demo in Bern ist am 25. April. 

Wir werden uns hoffentlich weiterhin austauschen und möge etwas tolles daraus entstehen. Ein kleines Netzwerk, das funktioniert. Ein Austausch. Eine Möglichkeit. 

Dienstag, 7. April 2015

Tagebuch einer Arbeitslosen: Bald Sanktionshungern?



Mittlerweile habe ich insgesamt einen Monat kein Geld bekommen. 

HIER DER BRIEF EINES FIRMENMITARBEITERS DES "AMTS FÜR WIRTSCHAFT und arbeit" und seine Begründung dafür, dass ich einen Monat lang nichts zu Kauen habe:




HIER MEINE ANTWORT/RICHTIGSTELLUNG/
"EINSPRUCH"



Tagebuch einer Arbeitslosen: Strom aus und Menschenrechte...

Strom abstellen erlaubt oder verboten oder STAATSTERROR? 

Ich mache mir so Gedanken über Armut. Da kommen mir Bilder in den Kopf, das nennt man ja so assoziativ. Wenn jemand so assozial, ähm, assoziativ wird, dann kneifen Psychologen die Augen immer ganz eng zusammen. Ist Ihnen das schon einmal aufgefallen? Nein? Haben Sie die Bilder für sich behalten? Gut gemacht. Oder auch nicht. Das ist Ihre Sache. 

Ich assoziiere mir da sowas zusammen. Und denke an konkrete Fälle, doch bleibe ich doch besser beim assoziieren. Wollen Sies wissen? Oder haben Sie schon selbst Erfahrungen ohne Strom gemacht? Strom abgestellt bekommen und dann im Winter gefroren in der heiligen Kuh Schweiz? Okay. Das kann jedem passieren. Doch wer zum Geier hat den Strom abgestellt? Tell me, Wilhelm! 

In einem Grossteil der doch hundertmal grösseren Türkei fiel gestern und ich glaub auch teilweise heute weiter der Strom aus. Warum, das weiss noch niemand und noch niemand ist zurückgetreten. Darf der Staat einem einfach den Saft abdrehen, das frage ich mich und wende mich mit dieser Frage an Bundesrätin Doris Leuthard, denn die Expertenmeinung ist ja so wahnsinnig viel wert. 

Hier meine Fragen an Frau Doris Leuthard. Habe noch keine Antwort bekommen. 


"Werte Frau Leuthard
Ich habe eine Frage an Sie: Haben Haushalte in der Schweiz das Grundrecht auf Strom und Wasser, oder gibt es Sanktionen, wenn diese Leistungen nicht bezahlt werden können? 
Wenn ja: Gibt es in der Schweiz ein Gesetz, das das Abstellen von Strom erlaubt? 
Wenn ja: In was für einem Verhältnis stehen solche Massnahmen zu den Menschenrechten? 
Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. 
Freundliche Grüsse"

GLEICH GEHTS WEITER... 




Tagebuch einer Arbeitslosen: Warum überhaupt?

Man fragt sich bestimmt, warum es hier um Arbeitslosigkeit geht. Naja, weil es ein Thema ist, das mich beschäftigt und betrifft. Ich gebe zu: Das Interesse für dieses Thema kam erst nach der Betroffenheit. 

Ich weiss ja bereits, wie Arbeitslosigkeit sich anfühlt. Aber über 40 zu sein und zu sehen, wie viel sich verändert hat, und dass manche immer noch im Mittelalter stecken, finde ich peinlich. Das muss einfach ans Licht. 

Wie auch immer. Jeder muss sich selbst an die Nase fassen und die Feder in die Hand nehmen, sich ausdrücken oder spazieren gehen. Ich bin als Mensch echt faul. Obwohl ich viel tue. Irgendwas habe ich aufgegeben. Und darum schreibe ich. Das ist so das Loch, aus dem meine Enttäuschung fliesst. Ich hoffe, dass die Suppe aus Buchstaben - da sind noch viele andere Buchstaben, glauben Sie mir - irgendwann ein See wird, in dem alle baden können. Und aus ihm trinken. Fuck Nestle! Die klauen in der ganzen Welt das Wasser. Mein innerstes Kind ist stinksauer. Darf eine gestandene Frau so denken? Wo ist wieder so ein Schaltfehler in meinem Kopf und Herz, der mich einschränkt? Löschen, auflösen in Licht. Ich darf das. Und du auch. Meine Wut überträgt sich momentan auf alles. Ich bin wie Walter Sobchak geworden. Immer recht behalten wollen, immer alles auf eine einzige Sache reduzieren oder setzen. Schwarz oder Weiss. Recht oder Unrecht. Ich weiss, woher das kommt. Lange her. Viel Lärm um nichts. 

Ich sehe das hier als eine Schrei(b)übung. Gerade las ich auf SPON (Spiegel online), was so alles passiert ist. Das weiss ich ja. Aber ich wollte gucken, wie die das alles aufbereitet haben. Und sah aber noch 2 Sachen, die ich interessant fand. Zum einen war da ein Text, in dem es um Hits ging, deren Texte voll die tiefe Bedeutung haben. Mir fiel als Erstes "We Didn't Start the Fire" ein. Dann klicke ich auf den Artikel und sehe: Siehe da. Das Lied. Der zweite nette Text auf SPON (Spiegel online, nech) erzählte ein bisschen von den skurrilen Gewohnheiten von Persönlichkeiten, die im Schreibbusiness tätig waren. Hemingway notierte zum Beispiel täglich die Anzahl von Wörtern, die er geschrieben hatte. Oder warens Seiten? Hollari, was sind wir ne ehrgeizige Spezies. Und Siechmund Freud liess sich sogar die Zahnpasta auf die Bürste klatschen von seiner Frau. Alle Männer sollten sich die Zähne selbst putzen und einfach ein, zwei Jahre den Mund halten. Nix mehr sagen. Frühlingswut!

Die allerbeste News des Tages ist, dass Akte X zurückkommt. Alles andere ist Politik. Zum Gähnen. Wo sind mal News, die eine Progression beweisen und die Bemühungen, diese zu hindern, aufdecken? Wann treten alle Regierungen zurück? In Deutschland bestätigte ein Gericht heute, dass die BRD kein Staat ist. Man höre, staune und fange an zu denken.  http://www.mzw-widerstand.de/blog/MZWTV/skandal__gericht_besttigt_brd_ist_kein_staat-537980.html

Fertig. 

KLOMUNE: Schattenläufer

"Schandtat" in Syrien: Assad mit Schuh im Maul. Es kommt alles zurück. 
Und manchmal gehts sehr schnell. 

So viel passiert. Ich atme schneller als mein Atem. Der Sturm hat sich gelegt. Und was übrig bleibt, ist Verwüstung. Was für Blumen werden wohl aus so einem Boden spriessen? Genmais, immer noch? Meine Katze ist cool drauf, aber die Hunde waren sehr nervös. 

Monsanto behauptet, seine Pestizide könne man trinken, aber ein Monsanto-Mann bewies das Gegenteil, als ein Journalist ihm ein Glas davon reichen wollte. Er sei doch kein Idiot, sagte er bepisst, stand auf und ging.

In Deutschland starb vergangene Woche ein deutsches Hartz-4-Ehepaar an einer Vergiftung. Sie haben Gase von einem Generator eingeatmet, weil die Firma (also der sog. Staat) ihnen rein aus marktwirtschaftlichen Gründen den Saft abgedreht hatte. Fast die ganze Türkei hatte gestern keinen Strom trotz Regierungspartei mit besonderem Faible für Glühbirnen. Stundenlang liefen statt Strom die Generäle, ähm, Generatoren.  

Der Pilot, der ebenfalls gestorben ist und "seine" Tat bzw. sein Opfersein nicht überlebte, war vorher noch zum Islam konvertiert und in Istanbul endete gestern eine Geiselnahme ohne Strom mit 3 Toten. 

Fällt Ihnen auf, dass es immer weniger Täter schaffen, ihre Taten zu überleben? In Paris waren alle tot und nahmen noch weitere mit ins Grab beziehungsweise ins ewige Leben oder so Quatsch. Und in Istanbul starben sowohl die Geisel als auch die Geiselnehmer. Mehr ist passiert. Viel mehr. Rätsel wurden gelöst (Marilyn Monroe wurde von einem CIA-Mann umgebracht), Geschichte wurde geschrieben (Fernsehgeschichte im ZDF) und beim NSA gab es einen Anschlagsversuch, der für einige tödlich endete. Stimmts? Ja, ich bin genauso ratlos wie Sie. 

Frauen an die Macht und basta... 

Morgen mache ich ein Paket für meine beste Freundin. Und wenn ich das bei der Post aufgebe und man mich wieder fragt, was genau drin ist, obwohl es genau draufsteht (alle Postangestellte müssen die Kunden dazu zwingen, selbst zu sagen, was im Paket drin ist, das ist ne Order von ganz oben), werde ich das Männchen hinterm Schalter daran erinnern, wohin solcher Irrsinn führt und schon geführt hat im Jahre 1933 und vor allem mit Beginn der Industrialisierung. 

Paket für meine Freundin. Das löst bei mir Unbehagen aus. Unbehagen wegen Darth Vader, der nervt. Es ist verboten, bestimmte Nahrungsmittel zu verschicken per Post. Und gleichzeitig ist es erlaubt, dass die Air France täglich Elefanten, Nashörner und andere Wildtiere von Kontinent zu Kontinent fliegt. HIER STEHEN WIR! Und wo wir stehen - das zumindest - sollten wir wissen und entsprechend handeln. 

Ding Dong, heiliger Bimbam! Für untenstehende Erdogan-Karikatur vom "Penguen" soll ein türkischer Zeichner ins Gefängnis... 






KLOMUNE: "Die Anstalt" ruft den deutschen Frühling herbei!

"Die Anstalt" ist eine preisgekrönte Kabarettsendung des ZDF. Was so ein Preis aussagt, das wage ich zwar grundsätzlich zu bezweifeln. Aber wenn ich einen Preis zu vergeben hätte, dann ginge er an "Die Anstalt". 

Als Laie zerbreche ich mir allerdings oft den Kopf darüber, ob diese Sendung Kabarett, Tragödie oder verdammt gutes Theater ist. Die Inszenierung des Ganzen hat sicher einen Theater-Touch. Die verschiedenen Ebenen der Kulisse werden viel mehr eingesetzt als in der Vorgängersendung "Neues aus der Anstalt" mit Urban Priol, Herr Pelzig, (anfangs) Georg Schramm etc. 

Am Anfang der Sendung sitzen Claus von Wagner, Klaus Eckel unten mit Anzug und iPad (mit einer Birne hinten drauf) und palavern, als Zeus oben sauer wird, weil es seinem Volk schlechtgeht, und einen Blitz herunterschickt. Die beiden unten sind mittlerweile zu dritt und wollen ihm den Strom abstellen, denn auch sie sind Götter. "Wir sind die Troika. Wir sind Götter. Aber Sie können auch Institutions zu uns sagen." 

"Die Anstalt" ist ein Schlüssel zu verschiedenen Ursachen der Krisen dieser Welt, die anderswo in unserer Unterhaltungs- und Informationswelt viel zu kurz kommen oder völlig verwässert werden. Warum so ernsthaft, fragt sich der Fernsehkonsument. Kabarett, bei dem einem das Lachen im Halse steckenbleibt? Warum? Der geneigte Zuschauer, der hinhört, denkt und fühlt, findet die Antwort schnell. Das System ist so subtil und einengend geworden, dass viele nur noch den Kopf in den Sand stecken und/oder bekloppt werden. Und es wird schlimmer. Umso schlimmer werden die Gags, denen der Zuschauer ausgeliefert ist. So schlimm, dass er erkennt: Dieser Gag ist nicht einmal zugespitzt, und wenn, dann nur leicht. Schlimmer: Dieser Gag ist real. Ich finde, dass hier eine Schmerzgrenze erreicht ist. Am liebsten würde ich alles abschalten und in den Telepathie-Modus übergehen. WLAN aus, Telefon aus, Stecker raus. Und mich fragen, was ich tun kann. Nichts. Ausser schrei(b)en. 

Viel Wut ist da. Bei mir. Und bei vielen Demonstranten und Nichtdemonstranten. Die EZB hat in Frankfurt ein Monument als Firmensitz eingeweiht. Die Feierlichkeiten wurden gestört von Demonstranten. Blockupy hat ein Zeichen gesetzt, während ein Verbrecher wie die EZB geschützt wurde, während es sich selbst und seinen Stahlglasphallus feierte. Zwischendurch gibt Max Uthoff eine Parabel auf die Blockupy-Demo, in der die Demonstranten als Rotkehlchen, Bullen als Blaumeisen und Journalisten als Vollmeisen auftauchten. Untertauchen tun hingegen die Griechen. Sie versinken in einem imaginären Schuldenberg, ihre Fischerboote verrotten und sie investieren in Kriegsinstrumente, was eine Bedingung war für die Kredite, die irgendjemand, nämlich die Banken, bekamen. Das Volk ging leer aus. 

Waffenkäufe und -verkäufe sind ohnehin ein Must in Europa. Denn ohne Krieg kein Frieden, glauben manche immer noch. Leer ausgegangen war Griechenland auch im Hinblick auf Reparationszahlungen an Griechenland, das ziemlich schwer gelitten hatte unter Nazideutschland. Darunter ein fetter Bankraub, ähm, Zwangskredit an Deutschland, der nie zurückbezahlt wurde. Und Massenmord in einem griechischen Dorf, in dem nur wenige überlebt hatten. Ein kleiner Junge, der überlebt hatte, wurde damals fotografiert. Und "Die Anstalt" lud diesen Jungen, der mittlerweile um einiges älter ist, in die Sendung ein. Die deutsche "Regierung" hat Griechenland jahrzehntelang hingehalten und den Deckel draufgemacht. Und der Gauckler flog kürzlich inoffiziell nach Griechenland, um sich für die deutschen Kriegsverbrechen zu entschuldigen und gleichzeitig mitzuteilen, dass man nicht davon ausgehen könne, dass Deutschland je Reparationszahlungen tätigen wird. 

Kaberett-Urgestein (heute wird man ja so schnell "alt") Arnulf Rating gibt frisch und fröhlich den gemeinen Zeitungsleser ("Wissen Sie, ich verfolge Griechenland ja in der Presse, ich lese ja Zeitung, das machen die wenigsten, obwohl das ja ein abhörsicheres Medium ist.") und zitiert Scharfmacher-Titel aus der "Bild" wie "Nehmt den Griechen den Euro weg!" ("Ach, haben die noch einen?"). Arm sind sie, aber sie haben die grösste Panzerarmee Europas. Und die Stinkefinger-Affäre beantwortet Rating mit einem Foto des neuen Sitzes der EZB (Europäische Zentralbank), zeigt darauf und sagt: "DAS ist Europas grösster Stinkefinger." 


Abschreiben ist erlaubt

Und wen wunderts da noch, dass die Eröffnungsfeier eines Phallussymbols ohne Gegenwert von Demonstrationen begleitet wird? Max Uthoff bekommt Frühlingsgefühle, Blaukehlchen verfolgen die Rotkehlchen und die Journalisten haben eine Vollmeise. Der Journalismus bekommt auch in dieser Folge der "Anstalt" sein Fett weg. Falschinformationen ("In der Journalistenschule ist Abschreiben erlaubt.") werden verbreitet. Und was momentan im Blätterwald abgeht wegen des Flugzeugabsturzes einer Germanwings-Maschine in Frankreich geht auf keine Dinosaurierhaut. Depressiv soll der Copilot gewesen sein. Zum Islam soll er konvertiert sein. Dass aber in seinem Kaffee ein Schlafmittel und der Mann vielleicht deswegen so ruhig war, daran hat wohl niemand gedacht. Nein, die Medien spekulieren erst, und dann kommen sie mit ihren Dementoren und dementieren, was das Zeug hält. 

Uthoff versucht einen Tresor zu öffnen. Er will sein Geld retten. Jahrelang Steuern bezahlen für die Griechen, das passt ihm nicht. Doch er hat gar nicht gezahlt, sagt von Wagner, er hat geliehen. "Das sind Kredite." Die Eurokrise hat den Steuerzahler null Cent gekostet. Im Gegenteil: Die Griechen zahlen Zinsen. Das ist also ein stinknormaler Abzocker-Bankenkredit. Die Kreditgeber sahnen ab und Griechenland verrottet. Da bestimmte Herren ja Krieg brauchen, um Frieden zu bekommen, aber keinen Krieg wollen in Europa (den halten sie sich vom Leib, indem sie Waffen verkaufen und Kriege sozusagen auslagern, die ja wirtschaftlich imminent wichtig sind), lassen sie Griechenland, Spanien etc. über die Klinge springen mit einer künstlichen Krise (Schuld gibt es nicht, sie wird generiert, so funktioniert das Sklavensystem), die einen Zusammenbruch auslöst mit kriegsähnlichen Auswirkungen auf Wirtschaft und Zusammenleben. Frauen lassen ihre Babys nach der Geburt in Krankenhäusern liegen und fliehen, weil sie nicht für sie sorgen können. Und die deutsche Journaille erzählt weiter Lügengeschichten. "Wer die Bild-Zeitung liest, um sich zu informieren, trinkt auch Bier, wenn er durstig ist" bringt es Claus von Wagner auf den Punkt. 

In Deutschland ist ein Ehepaar, dem der Strom abgestellt wurde, an den Folgen der Armut gestorben

http://www.gegen-hartz.de/nachrichtenueberhartziv/wenn-hartz-iv-zum-tode-fuehrt-90016488.php

Sie atmeten giftige Gase eines Notstromaggregats ein. Andere haben Rasenroboter. Grotesk, sehr traurig und alles verrückt. Kabarettist Klaus Eckel bringt den Irrsinn in einem Monolog zusammen, endlich wird das Lachen aktiviert, genial. Trotzdem: Der Nachgeschmack dieser Sendung ist erschütternd. Ich fühle mich mir und meiner Umwelt enorm verpflichtet. Wir steuern auf den Kollaps zu. Den menschlichen Kollaps. Hoffentlich können wir die Geschichte neu schreiben. Es ist möglich. Was in dieser Sendung fehlte, waren die Frauen. In den Cockpits sitzen auch nur Männer. Blöde Breitseite, musste aber mal sein. 

Samstag, 7. März 2015

KLOMUNE: Tagebuch einer Arbeitslosen

SAP, CAD, System Engineer, Business Anal...gähn! 

Meine Augen rutschen müde vom Bildschirm, während ich die Stellenanzeigen im Internet Zeile für Zeile durchrutsche. Ich bete die Göttin herbei, ich rufe, ich schreie sogar. Dass ich den Glauben verloren habe, sage ich meinem Personalberater vom RAV Meilen. Und staune über mich. 

Hier ist jemand, der davon überzeugt ist, dass sie etwas kann. Und sie bekommt zehn Einstelltage, weil diese Menschen ausserstande sind, zu denken und zu fühlen. Sind wir überhaupt noch Menschen? Was macht das Menschsein aus? Was bringen sie uns bei? In der Schule würde dieses Thema ziemlich dumm angegangen. "Der Mensch hat soundsoviele Sinnesorgane, er benutzt seine Hände und hat nen aufrechten Gang. Es gibt sie in männlich und weiblich. Der Mensch arbeitet und macht Urlaub. Er kann forschen, handwerklich arbeiten oder aber auch körperlich. Er baut Strassen, Schulen und Universitäten. Das kostet viel Geld. Ihr müsst Arbeiten, um genug Geld zu erwirtschaften für die Wirtschaft." Euer Leben spielt sich in einer Konservenbüchse ab. Die 99 Prozent der Weltbevölkerung erwirtschaften dieses und jenes, um diejenigen oben zu halten, die 99 Prozent aller Güter besitzen! 99 Prozent der Weltbevölkerung werden von 1 Prozent in Schach und Dummheit gehalten. 


Geisterwirtschaft

Und wenn man auf die Welt kommt, hat man in den ersten vier bis fünf Jahren des Daseins von diesem Quatsch halbwegs seine Ruhe. Darf mit den Geistern im Schlafzimmer reden, sie sehen, erschrecken oder verzücken. Man darf frei in der Natur sein. Jederzeit, denn Zeit ist eine Illusion. Nun denke ich mich in meine Kindheit zurück und staune, was aus diesem kleinen bisschen Urzustand zwischen Plastikspielzeug, Tisch und Stuhl geworden ist. Ich fühle mich wie ein Vulkan, für den es wieder Zeit geworden ist, zu kochen und zu sein. Werden und Vergehen und das dazwischen, das zwischen Tisch, Stuhl und Atom, ich nenne es den Geist aller Dinge. Das wahre Leben haben wir aus unserem Leben verbannt und eine falsche Welt gebaut aus Plastik, Betonlobby und Waffenindustrie. Wer Züge baut, der baut auch Waffen. Das ist auch heute noch so. Nennt sich Wirtschaft. Ich habe ja momentan viel mit dem Amt für Wirtschaft und Arbeit zu tun, weil ich arbeitslos bin.  

Wie kommt man da raus? Manche kaufen sich frei und die meisten leben ein falsches Leben. Freiheit fehlt. Freiheit haben wir versucht neu zu definieren, haben Schindluder mit Worten getrieben und vom Geld-Blüten-Regen geträumt. Neusprechwörter: Personenfreizügigkeit, Freisprechanlage, Genfrei, schuldfrei, Freibier. 


Verkaufte Menschen, verkaufte Rechte

Naja, ich bin heute einfach schockiert. Ich habe nun einen Monat kein Geld. Warum nicht gleich aussteigen, sich abmelden und auf dem Paradeplatz in eine Decke gehüllt kauern mit Zettel: "SUCHE JOB"? In Deutschland sehe ich auf den Strassen gestandene, intelligente Frauen, die irgendwie kaputtgingen. Von heute auf morgen muss das geschehen sein, weil sie noch wenig Kratzer haben. In ihren Pelz gehüllt sass eine Dame in einer Stadt am Bodensee auf dem Boden. Was ist hier los? Ça suffit! Hört auf, meine Grundrechte zu treten! Wenn ich Einstelltage bekomme, weil ich in der Zeit, in der ich vom letzten Job freigestellt und verdammt geschwächt war nach 8 Wochen Krankheit, stressbedingt, noch hätte Bewerbungen schreiben sollen, ist das ein Hohn! Ich schrieb dennoch Bewerbungen, allerdings zwei zu wenig (dafür bekommt man 10 Einstelltage) und nahm in diesem Freistellungszeitraum sogar an einem 6-wöchigen Kurs teil, der mir übrigens wider Erwarten sehr guttat. 


Firmennummer des Amts für Arbeit und Wirtschaft Zürich. Kündigen kann man immer...
Fangen wir bei den Steuerämtern an! 


Ich bin der einzige Mensch, der beurteilen kann, was realistisch ist und was nicht. Ich nehme jeden gutgemeinten Rat an. Aber nur noch von Personen, die an meinem Wohl interessiert sind. Das RAV und das AWA (heisst genau: "Volkswirtschaftsdirektion, Amt für Wirtschaft (!!!) und Arbeit") haben mich schwer enttäuscht, weil sie darauf ausgerichtet sind, Arbeitslosen das ihnen zustehende Geld zu streichen, wo und wann sie wollen. Nutzt eure Macht bitte anders. Oder probt eure Rolle im Aufstand, der wohl oder übel vor der Tür steht. Transformiert euren Karmascheiss so schnell ihr könnt. Sonst kann ich euch nur als Menschenfeinde, Sklaventreiber und Sklaven bezeichnen. Solche Menschen (wie du und ich) verkaufen ihre Körper an Firmen. Was sind das für Verträge? Und ich, wann habe ich je einen Vertrag unterzeichnet, in dem ich mich mit Schweinereien einverstanden erkläre und mich selbst zum Sklaven? Pfui. Sie rauben mir sogar den Lohn wegen einer Handlung meinerseits in einem Zeitraum, in dem ich der Arbeitssklave von Tamedia war. Für eine solche Behandlung habe ich jahrelang in die Arbeitslosenkasse Geld, also Lebenszeit, eingezahlt? Hier werden Menschenrechte verletzt, Menschen versklavt und durchgepeitscht bis zum nächsten Job. Das heisst für mich, dass ich einen Monat durchhänge, und in der Schweiz ist es so, dass man nicht zum Sozialamt gehen kann, wenn man solche Probleme hat, denn ich bin nicht das Personal vom Sozialamt, sondern in diesem Falle vom RAV und dem Amt für Wirtschaft und Arbeit. Gesperrt für Sozialhilfe. Das ist doch ein Verstoss gegen die Menschenrechte! Menschen so herumzureichen wie eine Nummer, sorry, ich bin Jüdin und verdammt empfindlich...! Ich spüre diese Zeiten noch heute. Und bitte um Respekt vor Menschen, Anstand und Liebe! 

Mein Personalberater geht davon aus, dass ich eine Person bin. Ich bin ein freier Mensch, und ich finde, es wird Zeit, dass sich etwas ändert, damit ich auch wirklich spüre, dass es so ist. Mit solchen Stolpersteinen einer Behörde halte ich mich zurzeit auf. Herrjemine, ich brauch mal nen Kaffee... Vor vielen Jahren war ich schon einmal arbeitslos. Damals sagte mir der Personal-Berater: "Sie bringens einfach nicht!" Ich sei eine Versagerin. Meine Antwort war: "Ich brings nicht? BRINGEN SIE mir mal Ihren Vorgesetzten!" 


Verzerrtes Selbstbild des AWA

Als Schmankerl noch ein paar Worte, mit denen sich das AWA auf der Website beschreibt (Website AWA). Spätestens wenn ich auf ne Website gehe, sehe ich das wahre Gesicht einer Firma, weil die Wahrheit irgendwo dazwischen liegt. Witz, du bist umzingelt! 

Was wir tun
"Wir im AWA arbeiten für die Einwohnerinnen und Einwohner des Wirtschaftsraumes Zürich."
Gemeint ist: Die Einwohnerinnen und Einwohner werden von uns "bearbeitet", damit sie sich wunderbar in den Wirtschaftsraum Zürich fügen. Mit Betonung auf "fügen".

"Wir leisten einen Beitrag an gute Rahmenbedingungen für Unternehmen im Kanton Zürich."
No comment ausser: bauen, verbauen, filzen und klauen für Profit auf Kosten anderer.

"Wir wollen Stellensuchende und Arbeitgeber zusammenbringen und zu guten Arbeitsbedingungen in den Betrieben beitragen."
Wir brechen den Kampfgeist der Arbeiterschaft, indem wir sie hungern lassen, damit sie erkennt, wie gut es ist, irgendeinen Job zu haben - unter den menschenunwürdigsten Bedingungen, um den übersättigten Markt weiter mit Dreck zu fluten - statt gar nichts zu haben. Alles, was die Arbeitslosenkasse will, ist sparen an den Arbeitern, um ihre eigenen Kassen und ihr Personal mit Geld zu versorgen. Dafür zahlt jeder, der eine Arbeit hat, jeden Monat etwas in diese gierige Kasse ein, die nur denjenigen nützt, die dort arbeiten. Ob sie wohl stolz darauf sind, dass sie arbeitslosen Arbeitern gleich in den ersten Tagen und Wochen ihrer Arbeitslosigkeit den letzten Funken von Würde rauben? Ich habe von sehr vielen Fällen gehört. Und bin der Meinung: Jeder Einstelltag ist einer zu viel. 

Samstag, 28. Februar 2015

KLOMUNE: Newsspeak!

Aus Langeweile gehe ich manchmal auf SPON gucken, was die so als Nachricht herausfurzen. DIE News des Tages ist Griechenland. Titel: „Griechenland stimmt Reformplänen zu“. Das heisst auf Deutsch: Griechenland ist eingeknickt. Das Hilfsprogramm beziehungsweise Totsparprogramm muss fortgesetzt werden, weil sonst die Staatspleite droht. Himmel, es gibt keine Staaten mehr! Es gibt nur noch Firmen. Firma Deutschland, Firma Schweiz, Firma Frankreich. Schaut bei Dun and Bradstreet nach, da steht die Firmennummer eines jeden Staates, weil sämtliche Staaten ausser natürlich Island bankrott sind!

So, Griechenland: Weiter geht es mit der „Reformliste“. Privatisierungen sollten vorangetrieben werden. Dann wörtlich „Das Ziel einer Erhöhung des Mindestlohns wird aufrechterhalten, ohne jedoch ein Datum und die geplante Höhe zu nennen. Das Volk darf also weiter warten und die da oben machen weiter wie gehabt. Es werden lauter „robuste“ Massnahmen ergriffen, um die Steuererhebung zu verbessern und Steuerflucht zu bekämpfen“. Wer Griechenland verlässt, steht also unter Verdacht. Steuererhebung verbessern heisst auf Deutsch: noch mehr Drohnen über Paris, oops, das war ja ein anderer Artikel heute auf SPON... Die Polizei ermittelt in dieser Sache noch. Weil die Polizei darf herumdrohnen, nur die anderen nicht. Mehr Sicherheit ist echt wichtig.

Griechenland weiter: "Die griechischen Reformen zielen darauf ab, die Steuererträge zu maximieren." Moment... Und die Griechen dürfen dennoch weiter auf die Erhöhung des Mindestlohns warten. Die griechische Kuh wird weitergemolken. Steuerimmunität wird aufgehoben. Wen betrifft und interessiert das? Die Reichen natürlich. Und denen ist das wurscht, weil sie genug haben.

Noch eine Massnahme: Griechenland will eine moderne öffentliche Verwaltung. Das Land wird den Kampf gegen die Korruption zur Chefsache erheben. Das haben viele andere auch gesagt. Was heisst eigentlich eine „moderne öffentliche Verwaltung“? Genau! Online-Schalter! Das haben wir schon in der Schweiz. Wers erfunden hat: ist mir wurscht!

Noch was: Das Insolvenzrecht wird modernisiert. Eine Firma Griechenland will noch irgendwas modernisieren. Insolvent sind wir alle demnächst in diesem Kino! Wann gibt’s Hartz 4 in Griechenland? Mit Ausreiseverbot. Dann werden alle Bürgerinnen und Bürger Gefangene ihrer selbst gewählten Regierung. Gesteuert, besteuert, bescheuert! Demnächst auf SPON: „Handgemenge im griechischen Ghetto“.

Zudem gibt’s in Griechenland bald die Citizen Smart Card für alle Griechen als Identitätsnachweis. Warum nicht gleich einen Mikrochip implantieren? Schliesslich geht es ums Steuern und Besteuern des Volks. Zitat: Die Regierung stellt sicher, dass ihr Kampf gegen die humanitäre Krise keine negativen Folgen für das Steueraufkommen hat. Ach wirklich? Demnächst in diesem Euro-Kino!

In Griechenland herrscht eine humanitäre Krise. Und SPON setzt weiter Akzente in der Lügenpresse: Die Ski-WM! Wen interessiert die Ski-Mafia überhaupt? Wir sollten besser Sirtaki tanzen und aufhören, wählen zu gehen!

Weiter auf SPON. Titel: „Die Haltung vieler Eltern ist ein grosses Problem“! Es geht um Impfgegner. Warum nicht gleich solchen das Sorgerecht entziehen? Da liesse sich doch sicher was machen. Es gibt also wirklich noch schlimmere Sachen als Hartz 4.

Der Rest auf SPON ist billige Scheisse wie „Frau bekommt zum dritten Mal in vier Jahren Zwillinge“. Das wäre eine Frau ganz nach dem Geschmack des türkischen Nazi-Kommandeurs Erdogan, der ja verlangte, dass jede Türkin dem Führer 3 Kinder schenkt. Erdogan hat vor kurzem sein neustes Sicherheitspaket verschnürt. Hausdurchsuchungen jederzeit. Einfach so. Wie finden Sie das? Wurscht. Wir haben dafür bald TTIP.

Es gibt aber eine gute Nachricht in der Rubrik Wirtschaft: Beschäftigte legen Postbank-Filialen lahm. Grund: ein Streit wegen des Kündigungsschutzes. Warum heissen die eigentlich „Beschäftigte“? Warum nicht „Angestellte“? Diese ewigen Streichkonzerte! Das nächste Stellen-Streich-Konzert findet laut SPON bei Karstadt statt. Wir können uns von der Vorstellung, dass alle einen Job haben, verabschieden. Etwas Neues muss her. Es wird viel zu viel produziert, verschleudert und weggeworfen. Wenn hier was in den Müll gehört, dann sind es diese Steuer-Fetischisten. Hört endlich auf zu wählen, sonst habt ihr keine Stimme mehr!



Mittwoch, 11. Februar 2015

was jeder BÜRGER wissen sollte, um diese Unruhe zu verstehen



Seit ich den Film gesehen habe, bestätigen sich fast alle meiner Befürchtungen. Meine Strategie ist keine. Auf jeden Fall achte ich sehr auf meine Gefühle und ihre Herkunft, um sie zu verstehen und loszulassen. Es wird immer mit Gefühlen gespielt, mit Angst, Wut und Gier. Das alles halte ich für ein gelerntes Muster, das die innere Stimme erstickt. Daran kann man etwas ändern. 

Und hier findet sich noch mehr: 
http://revealthetruth.net/2014/07/13/bankster-club-der-brandheise-roman-von-harvey-friedman/

Samstag, 7. Februar 2015

GB setzt Facebook-Soldaten ein...

http://deutsche-wirtschafts-nachrichten.de/2015/02/04/london-setzt-tausend-soldaten-als-facebook-warriors-ein/

KLOMUNE: Dieser Hohn muss aufhören!

Heute ist der 6. Februar und ich bin mit 1800 Franken im Soll. Das RAV lässt mich immer noch hängen, weil mir gekündigt wurde, da ich eine Änderungskündigung von Tamedia aufgrund meines damaligen Gesundheitszustands zu wenig beachtet und zurückgegeben habe, die neuen Arbeitsverträge mit weniger Lohn und mehr Arbeit waren für mich eine Art Tritt in den Hintern, der mich 8 Wochen arbeitsunfähig machte. 

Ich ignorierte die neuen Arbeitsverträge weiterhin, als ich zur Arbeit zurückkehrte. Darauf wurde ich gefeuert, sehr freundlich aber, das muss ich sagen. Ich muss ihnen wohl leid getan haben. Nach 12 Jahren wurde ich dem Medienunternehmen zu teuer und erhielt die Kündigung. Bin also arbeitslos und habe Anspruch auf Arbeitslosenhilfe, die ich aber noch nicht erhalten habe, weil, so wie ich es verstanden habe, die Gewerkschaft UNIA abklären möchte, ob ich Anspruch auf Arbeitslosenhilfe habe. Und nun behandelt mich die Gewerkschaft UNIA ziemlich grob. Ich vermute, dass die Nachforschungen über die Unzumutbarkeit meines letzten Jobs dazu geführt haben, dass die Kasse zugemacht wurde. Die Kasse, in die ich jahrelang eingezahlt habe.

Ich bin nun über einen Monat arbeitslos und habe noch kein Geld von der Arbeitslosenkasse erhalten und auch keinen Brief zu diesem Thema. Wie das sich anfühlt, möchte ich mal für mich behalten. Stinksauer bin ich. Und überlege, was die Arbeitswelt und die damit verbundene Nichtarbeitswelt bedeutet. Was macht das mit mir? 


UNIA-Briefe klingen anders

Heute im Schweizer Radiosender Radio24 quatschte doch tatsächlich ein Vertreter der Gewerkschaft Unia darüber, dass es bedenklich sei, dass Firmen von ihren Mitarbeitern neuerdings, ähm, ich sage mal "widerstandslosen Gehorsam", sprich weniger Lohn plus mehr Arbeit, verlangen. Die Firma Tamedia erwähnte der Herr in diesem Zusammenhang wohl nicht. Mehr Details konnten wir auf die Schnelle nicht aufschnappen, aber es ging um eine Schweizer Firma, glaube ich, mit einem deutschen Chef, der erklärte, dass die Angestellten mehr arbeiten müssen und weniger Lohn bekommen, weil der Schweizer Frankenstein die 1.20-Grenze aufgehoben hat und für die EU zu teuer wird. Und, und, und... Ich weiss es nicht. Was rät einem da die Gewerkschaft, auf welcher Seite steht sie? 

Das finde ich sehr aufregend. Dieselbe Gewerkschaft, die bei mir herumbohrt und noch genau wissen will, wie unzumutbar meine Arbeitsbedingungen geworden waren, kräht auf irgendeinem Misthaufen im Radio, also Medien...., ein Lied, bei dem der Ton völlig anders klingt als die beiden Bohrnasen-Briefe, die ich von der Gewerkschaft bekommen habe. Seltsam. 

Nun muss ich mal was klarstellen: Das Kapital von Organisationen wie RAV und UNIA sind MENSCHEN. Doch sie behandeln uns wie Geld. Sie sparen an uns. Genau wie Arbeitgeber. 

Wer hier wirklich seine Arbeit gibt (arbeitGEBER), das bin ich. Und wer meine Arbeit nimmt, das wissen wir. Was die mit meinem MEHRwert machen, wissen wir auch. Die sollen jetzt endlich mal ihre Klappe halten und runter von ihrem Podest. Und die UNIA soll wirklich mal die Arbeiter vertreten, statt sie im Auftrag der ARBEITGEBER weiterzutreten in den nächsten, enorm interessanten, gut bezahlten Job, der einen echt weiterbringt, tätärätäää! 

Eine echte Arbeit von Menschen für Menschen setzt aber Wertschätzung voraus. Die kann erst zustande kommen, wenn alle Menschen gleich sind und echte Menschenrechte eine Selbstverständlichkeit werden. Dies war aber bei der Krise in Spanien anders! Menschen verloren ihr Heim, ihre Jobs und Familien oder sie flüchteten in andere Länder. Amen, ich sage euch, das Wort Wirtschaftsflüchtlinge ist mir hier echt zu schwach! Das sind keine Wirtschaftsflüchtlinge, sondern POLITISCHE Flüchtlinge. Das macht und machte schon immer die PoLiTik. Sie ist grundfaul! 


Würde Doris Leuthard mir den Strom abstellen? 

Zurück zu dem, was in Griechenland oder Spanien passiert ist - oder ists schon überall in Europa so, nur die Lügenfresse hält weiter das Maul und lebt von Schweigegeld (WerBung)? - ich erinnere mich daran, dass ein Mädchen oder gar die ganze Familie vor Kälte gestorben ist. Die Eltern hatten eine Explosion verursacht, als sie irgendwie Wärme in die Bude bringen wollten. Jetzt möchte ich aber wissen: Wie weit sind die Schweizer Behördenmenschen bereit zu gehen? Wenn ich jetzt meinen Strom nicht mehr zahlen könnte, würden sie mir den Strom abstellen und mich verrecken lassen im Winter? Es soll Beamte geben, die den Strom etc. anliessenin Griechenland und/oder Spanien. Das war wohl okay so. Für die. Wer? Ja, so Einzelne sind das. 

Ich möchte echt wissen, was wir, ob so Einzelne oder viele, in der Schweiz ("Gehen Sie doch zu Pfarrer Sieber!"*) jetzt tun. Ich finde das eine völlig berechtigte und wichtige Frage der Menschlichkeit. Ich möchte, dass man über so etwas auch mal diskutiert. Wen soll ich fragen? Au ja: Doris Leuthard! "Würden Sie mir den Strom abstellen?" Und: "Haben Sie mal einen Staatsangestellten gesehen, der mit alten Schuhen und zerrissenen Klamotten herumläuft? Warum ist das so?" Das wird ein offener Brief. 

So, jetzt gehts mir besser. Schrei(b)en hilft ;-)

* Noch so eine Medienente der Gratiszeitung "20Minuten", die offenbar so übernommen wurde von Selbstbestimmung.ch, noch so eine Möchtegern-Zeitung: 

http://selbstbestimmung.ch/gesellschaft/langnau-am-albis-sozialamt-sagte-ich-solle-zu-pfarrer-sieber-gehen/

Ich glaube hier das Wenigste. Es ist reine Propaganda, um die Menschen daran zu gewöhnen, was ihnen blüht. Brennende Fragen werden nie offen diskutiert, sondern erst von den Medien, und dann von irgendwelchen Experten zerredet, bis man zum Schluss kommen soll, dass alles okay ist, wie es ist. 

"Wenn sie dir dein Kind wegnehmen, musst du zahlen für die Platzierung"

Grosse Firmen und Superreiche können in der Schweiz Pauschalsteuern aushandeln. Warum aber werden Privatpersonen von dieser Verhandlungsmöglichkeit ausgenommen und gar an eine Inkassofirma "vertickt"? Warum handelt die Gemeinde nicht direkt mit dem Schuldner eine Vergleichssumme aus?
"Wenn dein Kind eine Straftat begeht und ins Gefängnis kommt, wirst du nicht vom Staat finanziell belangt. Aber wenn sie dir dein Kind wegnehmen, musst du zahlen für die Platzierung."

Gesprächsprotokoll mit einem Vater

Die Vormundschaftsbehörde hat uns vor über 10 Jahren die Obhut über unser Kind entzogen. Für diese Zwangsmassnahme musste ich zahlen, konnte aber nicht, weil ich zahlungsunfähig war. Darauf kam das volle Programm mit Betreibungen, Pfändungsversuch und Schuldschein. Auch die Alimente konnte ich nicht zahlen. 

Als ich 2014 von meinem verstorbenen Vater etwas Geld geerbt hatte, beglich ich sofort einen rechten Teil meine Schulden beim Alimentenbüro (Unterhaltszahlungen für das Kind). Dafür verlangte ich per Mail beim Amt für Jugend- und Berufsberatung in Wetzikon einen Einzahlungsschein, den ich auch erhielt, und das Geld umgehend an das Amt überwies und die Überweisung dem Amt auch gleich per Mail anvisierte. Darauf bekam ich eine Mail von Frau Tomasina vom Alimentenbüro (Amt für Jugend und Berufsberatung in Wetzikon). Sie bedankte sich für die Zahlungsanvisierung und fügte noch hinzu, dass sie darüber verwundert sei, woher ich plötzlich so viel Geld plötzlich hätte. Dies empfand ich als Unverschämtheit und sah keine Erfordernis, eine derartige Frage zu beantworten. Wäre die Mail in einem anderen Ton verfasst worden, stünden wir heute woanders. 

Es folgte eine Betreibung für die Differenz des fünfstelligen Betrags, den ich überwiesen hatte, und den Rest, der noch offen ist. Da hatte ich eine perfide Idee: Ich überwies täglich am Postschalter einen klitzekleinen betrag zwischen 90 und 95 Rappen ans Alimentenbüro. Wegen der Gebühr von 2 Franken pro Überweisung zulasten des Empfängers waren meine minimalen Zahlungen ein Minusgeschäft für das Alimentenbüro. Durch die unterschiedlich hohen Zahlungen war bei der Buchhaltung ebenfalls für Spannung gesorgt. Die Gläubiger sind zudem gemäss Gesetz verpflichtet, jede Zahlung, die ich mache, zu quittieren und dies auch auf dem Schuldschein zu vermerken. Ein enormer Aufwand also.

Mittlerweile ist die Behörde sozusagen zur Vernunft gekommen. Das Gerichtsverfahren, das nach der Betreibung für den Differenzbetrag eingeleitet worden war, ist gestoppt worden und die Sache wurde auf Eis gelegt, bis ich wieder zahlungsfähig bin. 

Kurze Zeit später bekam ich wieder Post, wegen der offenen Kosten für die Heimplatzierung unseres Kindes. Damals wurde mir und meiner damaligen Frau die Obhut über unser Kind entzogen, worauf es für eineinhalb Jahre in einem Heim untergebracht wurde. Die Kosten der "Zwangsmassnahme" Heimplatzierung sollte ich tragen, zahlen konnte ich jedoch nicht, mir fehlte das Geld. Zu meiner Überraschung war es aber nicht die Gemeinde selbst, die mich an diese alte Schuld erinnern wollte, sondern ein Inkassobüro. 

Die Inkassofirma Alphapay AG ist eine Tochterfirma der Schweizer "Telekom" (Swisscom), die nicht nur unbezahlten Telefonrechnungen hinterherrennt, sondern auch die Schulden anderer Firmen abkauft, darunter auch die der Gemeinde Stäfa (O-Ton Alphapay: "Zahlungsstörungen...beseitigen"). Nun war mein Ansprechpartner in dieser Angelegenheit nicht mehr die Gemeinde, die "traf keine Schuld" mehr. Sie hatte die Schuld "verkauft", abgetreten an Alphapay, das mich fortan "treten" sollte. 

Auch auf diese Forderung antworte ich mit der täglichen Überweisung von Rappenbeträgen. Alphapay reagierte mit einem bösen Anruf und die Gemeinde hat die Kommunikation abgebrochen mit der Begründung, für sie sei der Fall erledigt. Ich glaube, dass die meisten, die zu wenig Ahnung haben, sich so etwas gefallen lassen. Ich aber stelle weiter meine Fragen an die Gemeinde, um eine Veränderung zu bewirken. 

Mich würde interessieren, wie viel die Gemeinde für die Abtretung der Heimplatzierungskosten bekommen hat. Was für einen Eindruck macht es, wenn eine Gemeindeverwaltung einen Schuldbetrag abtritt und damit a) einen Verlust in Kauf nimmt und b) nicht imstande ist, mit ihren Schuldnern in Kontakt zu treten und die (Un)Möglichkeit einer Rückzahlung zu eruieren oder einen Vergleich auszuhandeln, was ja ohne Wissen des Schuldners geschehen ist durch den "Verkauf" der Schuld an Alphapay (Abschreiber!)? 


Wie erklärt die Gemeinde dies dem Steuerzahler? Warum macht die Gemeinde Geschäfte mit einem Inkassobüro und vor allem: Wie viel Geld ist geflossen für den Schuldschein? Es ist unwahrscheinlich, dass die Gemeinde 100% des auf dem Schuldschein vermerkten Betrages bekommen hat, sprich dadurch Geld verschenkt. Ich richtete diese Fragen auch an die Gemeinde und bekam eine kurze und knappe Antwort von Herrn Dieter Suter: Es sei billiger.